Presse

Kein gutes Jahr zum Fliegen. - 15/10/2003
15 October 2003
Aargauer Zeitung

Flughäfen Krieg, Sars, Swiss-Abbau hinterlassen Spuren
Die Strecke Lugano-Genf, die von der Swiss künftig nicht mehr geflogen wird, soll weiterbedient werden. Die junge Baboo Airways plant schon ab 26. Oktober zu fliegen. Das Konzessionsgesuch wurde allerdings erst gestern beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) deponiert.
Die Verbindung Lugano-Genf «kommt zu 98 Prozent zustande», meinte der Genfer Regierungsrat Carlo Lamprecht gestern. Die Strecke soll dreimal täglich bedient werden. Zu Beginn wird Baboo provisorisch von der deutschen Fluggesellschaft Cirrus unterstützt. Wenig erfreut zeigte sich Lamprecht bezüglich der neuen Landebedingungen auf dem Flughafen Lugano-Agno. Das Bazl verschärfte kürzlich die Sicherheitsvorkehrungen für den Landeanflug. Nach den Worten von Lamprecht stellt diese Einschränkung die Regelmässigkeit und Wirtschaftlichkeit kommerzieller Flüge infrage. Die Regierungs-und Flughafenvertreter appellieren deshalb erneut an das Bazl, die Entscheidung zum Swiss-Gesuch für eine Fristverlängerung nochmals zu überdenken, da die nationale Airline allenfalls auch die Flüge Zürich-Lugano einstellen würde. Derweil hinterlässt die grosse Abmagerungskur der Swiss deutliche Spuren, etwa beim Flughafen Zürich-Kloten: Die Zahl der Passagiere ist in den ersten neun Monaten 2003 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf 12,9 Millionen gesunken. Am stärksten geschrumpft ist die Zahl der Transitreisenden, die um rund 40 Prozent einbrach, wie aus der Verkehrsstatistik des Flughafens hervorgeht. Während Schweizer Linienfluggesellschaften eine Einbusse von 11,1 Prozent aufwiesen, konnten ausländische Airlines 6,8 Prozent mehr Passagiere mitnehmen. Neben den Schwierigkeiten der Swiss haben der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit Sars zum Rückgang der Reisenden geführt. Noch schlimmer als in den ersten neun Monaten des Jahres präsentieren sich die Zahlen für den Monat September mit einem Minus von 8,2 Prozent. Damit ist der Zürcher Flughafen einer der am härtesten getroffenen in ganz Europa. Der Flughafen Fraport in Frankfurt musste im September lediglich einen Rückgang von 1 Prozent auf 4,7 Millionen Passagiere hinnehmen. Der Genfer Flughafens hat sich der Krise dagegen erstaunlich gut entzogen. In den ersten neun Monaten nahm die Zahl der Passagiere um 5,8 Prozent auf 6,2 Millionen zu. Im September verzeichnete Genf sogar ein Plus von 1,1 Prozent. (agenturen/mz).

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